
Hagel im Klimawandel
Hagelstürme richten in der Schweiz regelmässig erhebliche Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und in der Landwirtschaft an. Gleichzeitig war bisher nur wenig darüber bekannt, wie sich Häufigkeit und Intensität von Hagelereignissen sowie die Grösse der Hagelkörner am Boden in einem wärmeren Klima verändern könnten. Obwohl die Modellierung kleinräumiger Hagelstürme mit Klimamodellen nach wie vor sehr anspruchsvoll ist, liefern neue Klimasimulationen, welche im Rahmen des scClim Projekts analysiert wurden, nun aufschlussreiche Ergebnisse (Wilhelm und Aregger et al. 2026).

Hagelhäufigkeit im Klimawandel
In Europa treten Hagelstürme vor allem in Regionen entlang von Gebirgen auf. Die meisten Hageltage im Sommer werden entsprechend in der Poebene, nördlich der Alpen sowie entlang der Pyrenäen und der Karpaten verzeichnet (Cui et al. 2025). Im Herbst verlagern sich die Hagelgewitter vermehrt über das Mittelmeer, insbesondere entlang der Adriaküste.
In einem wärmeren Klima nimmt im Sommer die Anzahl der Hageltage mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 mm nordöstlich der Alpen zu, während sie im südwestlichen Europa zurückgeht (Thurnherr et al. 2025). Im Herbst steigt die Hagelhäufigkeit insgesamt an. Anders verhält es sich bei Hageltagen mit kleinen Hagelkörnern (< 12,5 mm): Diese werden sowohl im Sommer als auch im Herbst in ganz Europa seltener auftreten.
Diese Veränderungen lassen sich vor allem durch Änderungen der Feuchtigkeit in der bodennahen Luft erklären (Thurnherr et al. 2025, Feldmann et al. 2025). Eine entscheidende Voraussetzung für die Entstehung von Hagelstürmen ist feuchte Luft, die sich erwärmt und aufsteigt. In Regionen, in denen die Zahl der Hageltage zunimmt, steigt im wärmeren Klima auch die Feuchtigkeit in Bodennähe. In Süd- und Westeuropa hingegen nimmt die Feuchtigkeit im Sommer ab, was zu trockeneren Bedingungen und weniger Hagelgewittern führt. Gleichzeitig werden kleine Hagelkörner seltener am Boden beobachtet, da sie auf dem Weg nach unten häufiger schmelzen, bevor sie den Boden erreichen.
Intensität von Hagelgewittern im Klimawandel
Neben der Häufigkeit von Hageltagen ist auch die Intensität von Hagelgewittern entscheidend für das Ausmass der Schäden. In Klimasimulationen wurden einzelne Hagelgewitter identifiziert und über ihre gesamte Lebensdauer verfolgt. Dadurch lassen sich ihre Eigenschaften analysieren und Veränderungen in einem wärmeren Klima untersuchen. Während die Anzahl der Hageltage je nach Region in Europa unterschiedlich auf den Klimawandel reagiert, zeigen die Eigenschaften der Hagelgewitter ein einheitlicheres Bild: In einem wärmeren Klima werden Hagelgewitter in ganz Europa flächenmässig grösser, produzieren grössere maximale Hagelkörner und gehen mit stärkeren Niederschlägen einher (Brennan et al. 2025). Das bedeutet, dass selbst in Regionen mit weniger Hageltagen die einzelnen Ereignisse intensiver ausfallen können.
Hagelhäufigkeit im Klimawandel
In Europa treten Hagelstürme vor allem in Regionen entlang von Gebirgen auf. Die meisten Hageltage im Sommer werden entsprechend in der Poebene, nördlich der Alpen sowie entlang der Pyrenäen und der Karpaten verzeichnet (Cui et al. 2025). Im Herbst verlagern sich die Hagelgewitter vermehrt über das Mittelmeer, insbesondere entlang der Adriaküste.
In einem wärmeren Klima nimmt im Sommer die Anzahl der Hageltage mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 mm nordöstlich der Alpen zu, während sie im südwestlichen Europa zurückgeht (Thurnherr et al. 2025). Im Herbst steigt die Hagelhäufigkeit insgesamt an. Anders verhält es sich bei Hageltagen mit kleinen Hagelkörnern (< 12,5 mm): Diese werden sowohl im Sommer als auch im Herbst in ganz Europa seltener auftreten.
Diese Veränderungen lassen sich vor allem durch Änderungen der Feuchtigkeit in der bodennahen Luft erklären (Thurnherr et al. 2025, Feldmann et al. 2025). Eine entscheidende Voraussetzung für die Entstehung von Hagelstürmen ist feuchte Luft, die sich erwärmt und aufsteigt. In Regionen, in denen die Zahl der Hageltage zunimmt, steigt im wärmeren Klima auch die Feuchtigkeit in Bodennähe. In Süd- und Westeuropa hingegen nimmt die Feuchtigkeit im Sommer ab, was zu trockeneren Bedingungen und weniger Hagelgewittern führt. Gleichzeitig werden kleine Hagelkörner seltener am Boden beobachtet, da sie auf dem Weg nach unten häufiger schmelzen, bevor sie den Boden erreichen.
Intensität von Hagelgewittern im Klimawandel
Neben der Häufigkeit von Hageltagen ist auch die Intensität von Hagelgewittern entscheidend für das Ausmass der Schäden. In Klimasimulationen wurden einzelne Hagelgewitter identifiziert und über ihre gesamte Lebensdauer verfolgt. Dadurch lassen sich ihre Eigenschaften analysieren und Veränderungen in einem wärmeren Klima untersuchen. Während die Anzahl der Hageltage je nach Region in Europa unterschiedlich auf den Klimawandel reagiert, zeigen die Eigenschaften der Hagelgewitter ein einheitlicheres Bild: In einem wärmeren Klima werden Hagelgewitter in ganz Europa flächenmässig grösser, produzieren grössere maximale Hagelkörner und gehen mit stärkeren Niederschlägen einher (Brennan et al. 2025). Das bedeutet, dass selbst in Regionen mit weniger Hageltagen die einzelnen Ereignisse intensiver ausfallen können.

Modell der Hagelbildung in einem wärmeren Kima: Im Vergleich zum aktuellen Klima (links) steigt im zukünftigen Klima (rechts) die Nullgradgrenze, wobei die kleinen Körner eher schmelzen. Weiter enthält eine wärmere Atmosphäre mehr Feuchtigkeit, was die Instabilität und stärkere Aufwinde steigert. Dieser Effekt begünstigt grössere Hagelkörner. Mehr dazu findet sich im Modul 4 der Hagellernmodule. Darstellung: Tamara Baumann, nach Raupach et al., 2021
Auswirkungen auf Gebäudeschäden
Die Klimasimulationen erlauben auch eine Abschätzung des zukünftigen Risikos von Hagelschäden an Gebäuden. In einem Klima, das um 3 °C wärmer ist, steigt das Risiko für Gebäudeschäden durch Hagel in Europa deutlich an – im Durchschnitt um etwa 25 bis 42 Prozent, in der Schweiz sogar um rund 42 Prozent (Schmid et al. 2026). Auch wenn Hagel nicht überall häufiger auftritt, führen stärkere Einzelereignisse dazu, dass in den meisten europäischen Ländern mit mehr Schäden zu rechnen ist, wenn auch mit regionalen Unterschieden.
Auswirkungen auf die Landwirtschaft
Häufigkeit und Grösse von Hagel haben direkte Auswirkungen auf landwirtschaftliche Erträge. Gleichzeitig beeinflusst der Klimawandel auch das Wachstum und die Entwicklung von Nutzpflanzen, sodass beide Faktoren zusammen betrachtet werden müssen. Beim Winterweizen zum Beispiel hat eine durch die Erwärmung bedingte frühere Ernte das Hagelrisiko in den letzten Jahrzehnten teilweise verringert, während eine Zunahme der Hageltage das Risiko gleichzeitig erhöht hat. Insgesamt ist das Schadensrisiko jedoch gestiegen (Portmann et al. 2025).
Detailliertere Informationen zu Hagel im Klimawandel finden sich auf der Webseite des 2026 abgeschlossenen scClim-Projekts.
Quellen
Brennan, K. P., Thurnherr, I., Sprenger, M., and Wernli, H.: 2025 Insights from hailstorm track analysis in European climate change simulations, Natural Hazards Earth System Sciences, https://doi.org/10.5194/nhess-25-3693-2025.
Cui, R., Thurnherr, I., Velasquez, P., Brennan, K. P., Leclair, M., Mazzoleni, A., et al.: 2025 A European hail and lightning climatology from an 11-year kilometer-scale regional climate simulation. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 130, https://doi.org/10.1029/2024JD042828.
Feldmann, M., Blanc, M., Brennan, K.P., Thurnherr, I., Velasquez, P., Martius, O., Schär, C.: 2025 European supercell thunderstorms—A prevalent current threat and an increasing future hazard.Sci. Adv.11, https://doi.org/10.1126/sciadv.adx0513.
Portmann, R., L. V. Graf, L. Wilhelm, D. Fossati, T. Schmid, L. Villiger, and P. Calanca: 2025 Earlier harvest but more hail - Hail risk to winter wheat in Switzerland since 1972. Meteorologische Zeitschrift, https://doi.org/10.1127/metz/1263.
Raupach, T.H., Martius, O., Allen, J.T. et al. The effects of climate change on hailstorms. Nat Rev Earth Environ 2, 213–226 (2021). https://doi.org/10.1038/s43017-020-00133-9.
Schmid, T., Gebhart, V. and D. N. Bresch: 2026, Projected Changes in European Hail Damage Risk with 3°C Global Warming Based on Km-Scale Regional Climate Model Simulations, Climate Services, https://doi.org/10.1016/j.cliser.2025.100630.
Thurnherr, I., Cui, R., Velasquez, P., Wernli, H., and C. Schär: 2025 The effect of 3°C global warming on hail over Europe. Geophysical Research Letters, https://doi.org/10.1029/2025GL114811.
Wilhelm and Aregger et al.: 2026 Insights from a European hail research project - a seamless approach from observations and numerical simulations to impacts in a changing climate, preprint, https://doi.org/10.22541/au.176918334.41065598/v1.
Weitere Informationen zur Verteilung von Hagel in der Schweiz finden Sie auch in den Lernmodulen zum Thema Hagel des Mobiliar Lab für Naturrisiken:
Modul 1 – Beobachtung und Messung von Hagel
Modul 2 – Hagelvorkommen in der Schweiz
